WURZELBEHANDLUNG

Pulpitis

Wann immer es geht, möchten wir Ihre Zähne erhalten und nicht entfernen.Endozahn

Eine Wurzelkanalbehandlung wird nötig, wenn die Pulpa (Nerven, Blut- und Lymphgefäße) - meist wegen Karies oder durch Schädigung nach Unfall - stark entzündet ist (Pulpitis) und nicht mehr "am Leben" zu erhalten ist. Man spricht dann von einer nicht umkehrbaren Entzündung des Zahnnervs (irreversible Pulpitis). Dabei gelangen Bakterien über das durchlässige Dentin in den Wurzelkanal, es kommt zu einer Infektion im Innern des Zahnes. Hier wird das Gewebe von den Krankheitserregern angegriffen und zerstört. In einigen Fällen ist die Entzündung sehr schmerzhaft, in anderen Fällen spürt der Patient nur leichte oder gar keine Beschwerden. Daher sollte, auch wenn der Zahn nur wenig schmerzt, stets eine Kontrolle erfolgen.

Wird diese Infektion nicht behandelt, schädigen die Bakterien über den Zahn hinaus das umliegende Gewebe (Knochen). Daraus können sowohl akute als auch chronische Entzündungen entstehen. Die akuten Entzündungen verursachen meist große Schmerzen, Schwellungen und Fieber können auftreten. In schweren Fällen kann es zu einer Sepsis (systemische Entzündungreaktion, umgangsprachlich: Blutvergiftung) kommen.

Im Falle der Chronifizierung kann es langfristig zu einer Schädigung des Organismus kommen, obwohl keine oder nur eine geringe Symptomatik vorliegt. Welche Auswirkungen dieses teilweise über Jahre bzw. Jahrzehnte bestehenden Entzündungen haben ist nicht abschließend geklärt.



Therapie

Selbst tief kariöse oder abgestorbene Zähne können mit modernen Methoden der Zahnerhaltung in vielen Fällen gerettet werden. Eine Behandlung des überaus filigranen und komplizierten Wurzelkanalsystem muss sehr vorsichtig erfolgen. In der Regel werden dazu mehrere Termine benötigt. Nur selten ist eine Wurzelbehandlung und Abfüllung der Kanäle in einer Sitzung möglich.

 Ablauf einer Wurzelbehandlung:

  • Zuerst erfolgt eine Anästhesie (Spritze), mit dem Kofferdam wird der Zahn isoliert

  • Der Zahn wird eröffnet und die Wurzelkanaleingänge freigelegt

  • Das Pulpagewebe im Wurzelkanal wird entfernt

  • Der Kanal wird mehrfach gespült und desinfiziert

  • Es wird eine sogenannte Einlage mit keimabtötender Wirkung eingebarcht
  • Die abschliessende Kanalfüllung dichtet den Zahn bis zur Wurzelspitze ab


Da wir unseren Patienten eine hohe Erfolgsrate bieten möchten, verwenden wir ein Operationsmikroskop. Die Verwendung des Miukroskopes gilt in der Endodontie als "Goldstandard" und erleichtert bei einer bis zu 25-fachen Vergrösserung das Auffinden aller Kanaleingänge. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist das Auffinden und Abfüllen aller Kanäle eines Zahnes. 

Wichtig ist weiterhin eine korrekte Längenbestimmung der Wurzel, da die Wurzelfüllung sonst zu kurz oder zu lang wird. Beides ist problematisch. Eine korrekte Länge kann heute sehr genau mit einem elektronischen Längenmessgerät ermittelt werden.

Wir arbeiten mit einem Gerät welches die Länge des Kanals auf einen zehntel Millimeter genau bestimmen kann. Ein Röntgenbild kann diese Genauigkeit nicht leisten. Es ist aber wertvoll, indem es einen ersten Eindruck von der Wurzelform und -länge liefert.

Nach erfolgreich abgeschlossener Wurzelfüllung wird der Zugang in der Kaufläche mit einer Kompositfüllung verschlossen. Für eine langfristig erfolgreiche Versorgung wurzelbehandelter Zähne ist postendodontische Versorgung  zumeist mit einer Endokrone oder einer Teilkrone notwendig. Beide sind substanzschonende Alternativen zur klassischen Vollkrone.

Selbst im Zeitalter der Implantologie ist der eigene Zahn immer noch am wertvollsten. Zu unserem Verständnis von Arztsein gehört es, den eigenen Körper und die Natur zu achten und zu bewahren. Eine andere Sichtweise erscheint uns unethisch. Wir wünschen uns das gleiche Bewusstsein auch von unseren Patienten. So ist eine vertrauensvolle und erfolgreiche Behandlung möglich.

Für weiterführende Informationen empfehlen wir Ihnen die Website http://www.erhaltedeinenzahn.de, die eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET) ist.